Insel der Schwammtaucher

Der erste Stopp unseres Inselhüpfens auf den Dodekanes führte uns von Kos aus auf die Schwammtaucherinsel Kalymnos. Eine Woche haben mein Mann Tom und ich das kleine Eiland mit dem Quad erkundet und viele ruhige Ecken entdeckt, nette Menschen kennengelernt und zahlreiche Fotos geschossen.

Gaumenfreuden im Kletterparadies

Mit der Fähre sind wir von Mastichari auf Kos nach Kalymnos übergesetzt. Kalymnos ist auf den ersten Blick sehr karg, es gibt wenig grün, viele schroffe Felsklippen prägen die Landschaft. Für Kletterer ein wahres Paradies, da es zahlreiche Höhlen und Steilwände gibt, an denen sich diese austoben können.

Die besondere Architektur der Hauptstadt Pothia fällt bei Ankunft sofort auf. Die Italiener haben während der Besatzungszeit den Häusern ihren typischen mediterranen Stil gegeben.

Kalymnos war zu unserer Zeit im Juli heiß, sehr heiß! An so manchen Tag haben wir selbst auf dem Quad bei Fahrtwind und knapp 40 Grad in der Sonne geschmort. Dafür war der Himmel wolkenlos und wir hatten Sonne satt.

Es geht auf Kalymnos wenig touristisch zu, die Einheimischen sind entspannt und freundlich. Kalymnos besucht man weniger wegen seiner Strände, dafür erwartet einen ein gutes kulinarisches Angebot. Unsere zwei Lieblings-Tavernen waren Fountagio in Melitsachas und Avra Aigaioy in Massouri. Frischer Fisch, Oktopus, griechischer Salat, Moussaka und andere Leckereien stehen zur Auswahl. Es war eine wahre Gaumenfreude!

Wann sind wir endlich da?

Auch die Italian Road, einen “befestigten” Wanderweg von der Hafenstadt Pothia ins grüne Tal nach Vathis haben wir bei brütender Hitze bezwungen. Laut Reiseführer brauchte man angeblich eine Stunde. Daraus wurden dann ganze drei Stunden, die wir uns über Geröll und Felsen in praller Sonne gequält haben; Bäume oder andere Schattenspender suchten wir vergebens. Wir fühlten uns wie Karawane in der Wüste, wenn die Oase ewig nicht in Sicht ist. 😉

Vathis, eine grüne Oase

Wer diese Strapazen nicht auf sich nehmen will, kann auch mit dem Mietwagen in das wunderschöne Tal von Vathis fahren. Überall blühen Orangen- und Zitronenbäume, farbenprächtige Bougainvillea schmücken die Gässchen. Die Kirche inmitten des Tals ist durch ihre Schönheit kaum zu übersehen.

Auf dem Weg zum Hafen kommt man in das Dörfchen Rena. Direkt an der Anlegestelle gibt es einige sehr gute Tavernen, in denen man einkehren kann. Wir haben bei „Medusa“ im Hafen leckeren frisch gepressten O-Saft getrunken und uns nach der Wanderung ordentlich gestärkt. Von Rena fährt außerdem ein Bus Richtung Pothia, der uns für den Rückweg wie gerufen kam. 😉 Vorher haben wir uns aber noch in der türkisblauen Hafenbucht erfrischt.

Obwohl es auf Kalymnos hauptsächlich Kies-Strand gibt, sind die Badebucht durch das kristallklare türkisblaue Wasser wunderschön. Besonders gefallen haben uns die Bucht von Akti zwischen Vathis und Pothia, der Strand von Palionisos und Vlichadia sowie die Bucht von Arginontas.

Der einsame Norden

Wer sich in den Norden der Insel verirrt kommt in das ruhige Dörfchen Emborios ganz am Ende der Insel. Einige Tavernen schmücken die Strandpromenade und man kann gemütlich am Hafen entlangschlendern und oben an der kleinen Kirche St. George den Blick über die Bucht von Emborios genießen.

Auf dem Rückweg lohnt sich ein Stopp bei den „Pirates of Kalymnos“. Unten am Strand ertönt chillige Musik in lockerer Atmosphäre und es werden kühle Getränke und Snacks serviert. Beim Blick auf das Meer kann man in dieser Strandbar herrlich zur Ruhe kommen.

Im Gassengewirr von Pothia

Die Hauptstadt Pothia ist mit ihren verwinkelten Gassen einen Besuch wert. Zur Mittagszeit ist es hier angenehm kühl und es bieten sich durch die schmucken Häuser viele Fotomotive.

Oben auf dem Berg thront das prächtige Kloster Agios Savvas, welches besonders zum Sonnenuntergang stimmungsvoll beleuchtet ist und einen traumhaften Blick auf die Stadt und die Ägäis freigibt.

Fährt man in Pothia weiter Richtung Vlichadia kommt man an einen der wenigen Sandstrände der Insel. Hier ist das Wasser seicht und ideal auch für Kinder zum Baden. Die Strandbar Paradisio vor Ort bietet köstliches Essen an und die Atmosphäre ist wunderbar für einen kurzen Zwischenstopp.

Auf dem Rückweg von Pothia nach Melitsachas entdeckt man im Inselort Chorio oben auf dem Berg eine Johanniter Burg, die man über steile Stufen erreicht. Das Kastell von Chora war die mittelalterliche Hauptstadt von Kalymnos. Es sind noch einige Ruinen, Häuser und kleine Kapellen zu besichtigen. Von hier aus kann man ein herrliches Panorama über Pothia und das Inselinnere genießen.

Einen weiteren tollen Ausblick haben wir vom Kloster des Kreuzes in Kantouni genossen. Dieses wunderschöne weiße Kloster thront oben auf einem Felsen und ist durch einen Trampelpfad zu erreichen.

Geheimtipp Telendos

An vielen Ecken von Kalymnos erlebt man Griechenland noch ganz ursprünglich, vor allem auf der kleinen vorgelagerten Insel Telendos. Mindestens alle halben Stunden legt ein kleines Boot von Melitsachas aus ab Richtung Telendos. Die Insel selbst ist ein Kleinod. Verkehr und Asphaltstraßen sucht man hier vergebens. Dafür findet man viel Ruhe und Entschleunigung.

Einige Tavernen servieren an der Hafenmole leckere griechische Speisen. Wanderwege führen zu idyllischen Badebuchten, wie der von Hohlakas. Am Abend kann man von einer kleinen Kapelle den Sonnenuntergang über dem Meer genießen.

Amüsiert haben uns auf Kalymnos vor allem die fahrenden Gemüse- und Melonenhändler. Mit übersteuerten Lautsprechern düsen sie mit ihren Pick-ups voll mit Obst und Gemüse durch die Städte und preisen lautstark ihre Ware an. Als Tourist hat man beim ersten Kontakt mit diesen Experten das Gefühl, dass gerade die Stadt evakuiert wird. 😉

Traurige Vergangenheit

Kalymnos hat übrigens eine lange und tragische Geschichte in Bezug auf seine Schwammtaucher. Viele Männer haben ihr Leben riskiert, um nach den wertvollen Meeresschwämmen zu tauchen, die heutige vorrangig in der Körperpflege eingesetzt werden. Auf der Insel gibt es zahlreiche Exemplare zu kaufen, auch wir haben einen Schwamm im Ort Vathis bei Ilias erworben, einem pensionierten Taucher, der nach einem gefährlichen Tauchgang nun von den Beinen an gelähmt ist (Taucherkrankheit).

Unser Fazit

Kalymnos ist definitv einen Besuch wert. Bei einem Tagesausflug bekommt man einen ersten Vorgeschmack, was einen auf dieser schroffen Insel alles erwartet.

Wir empfehlen ein Mietfahrzeug zu leihen und von Pothia über Chora in Richtung Massouri zu fahren. Von hier aus folgt man der Straße Richtung Arginontas. Wer genug Zeit hat kann noch einen Abstecher in den Norden nach Emborios machen um sich dann den Weg durch die Berge nach Vathis zu bahnen. In dieser grünen Oase kann man sich im Dorf Rena bei einem Snack stärken bevor die Rückreise nach Pothia ansteht.

Für alle die spätestens jetzt auf den Geschmack gekommen sind, empfiehlt es sich eine Woche auf diesem ruhigen Eiland einzuplanen, um die tollen Strandbars, hervorragenden Restaurants und einsamen Buchten ausgiebig zu testen. Und natürlich hat man dann auch die Möglichkeit den wunderschönen Sonnenuntergang hinter Telendos live mitzuerleben.

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